Freitag, Mai 18, 2012
   
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Wir brauchen eine Generation an Studierenden um abzuschätzen was „Hochschulbildung“ überhaupt kostet!

Berlin. Unter diesem „Motto“ könnte man die öffentlich Ausschusssitzung zum Thema "Auswirkungen der Einführung von Studiengebühren auf die Studienbereitschaft in Deutschland" zusammenfassen.

Die Sitzung fand im Rahmen der „Transparenzwochen“ im Bundestag statt. Diese sollen „normalen“ Menschen vom 25. Januar bis 8. Februar die Gelegenheit geben, mal „hinter die Kulissen“ zu schauen. Gut das einige interessierte Menschen die Gelegenheit genutzt haben um der „Expertenanhörung“ im Bildungsausschuss am 25. Januar  beizuwohnen.

 

Dabei wurde wieder einmal deutlich, dass ALLE Argumente die für Bildungsgebühren sprechen lediglich statistische „Spitzfindigkeiten“ sind. Denn bei genauer Betrachtung wird deutlich, dass die Fakten einfach FALSCH sind! Wenn z.B. über die gestiegene Anzahl von studierenden gesprochen wird muss deutlich gemacht werden, dass dies weder etwas über die Anzahl der Bewerber*Innen aussagt noch erfasst wie viele Menschen sich NICHT beworben haben weil Studiengebühren sie abgeschreckt haben. Es wir ebenfalls nicht erfasst, wie viele Menschen ihr Studium abgebrochen haben AUFGRUND von der übermäßigen finanziellen Belastung die in den Gebührenländer noch durch die Bildungsgebühren verstärkt wird.

 

Des weiteren wurde im Bildungsausschuss das ewige Argument der „Verbesserung“ der Lehre eingebracht. Dies wird an allen Orten durch die gestiegen Anzahl von Lehrpersonal und --veranstaltungen begründet. Leider muss auch dies als HEUCHELEI abgetan werden, denn dabei werden z.B. die Kosten für die Erhebung ,die alleine Hochschulen tragen, nicht einbezogen. Außerdem ist mittlerweile flächendeckend deutlich, dass die Studiengebühren dazu verwendet werden um den Lehrbetrieb überhaupt aufrecht zu erhalten. In Hildesheim werden z.B. ca. 4 Millionen Euro jährlich allein an allgemeinen Studiengebühren eingezogen. Ohne diese Gelder wäre die Hochschulleitung nicht in der Lage den Lehrbetrieb für die mittlerweile 5992 Studierenden aufrecht zu erhalten. In Hildesheim ist es die Regel, das z.B. Pflichtveranstaltungen aus Studiengebühren finanziert werden. Diese fundamentale Fehlentwicklung, für die schon vor der Einführung der Studiengebühren die Grundlagen gelegt wurden, gefährdet in höchsten Maße die Zukunft unserer Gesellschaft.

 

Diese fatale Inkompetenz der politischen Entscheidungsträder*Innen wird an einem Redebeitrag der CDU/CSU Fraktion im Bildungsausschuss deutlich wo in Person von Frau Grütters sinngemäß gesagt wurde: „Wir können anhand der benötigten und eingesetzten Studiengebühren abschätzen, wie viel Geld wir tatsächlich für die Qualitätssicherung und Ausbau benötigen und wie viel das Land an finanzieller Unterstützung für eine Kompensation dazugeben müsste, wie das jetzt in NRW der Fall ist.“

 

Danke Frau Grütters und danke der CDU/CSU Fraktion für diese offenen Worte. Wenigstens ist uns allen jetzt klar wie sich Lebewesen bei Tierexperimenten fühlen!

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